Ergebnisse der Stadtteilkonferenz Rieselfeld 16. Oktober 2018

Die umfassende Tagesordnung der jährlichen Stadtteilkonferenz befasste sich mit Themen des BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. und K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V. ebenso wie mit Vorschlägen der Akteure im Rieselfeld.

Eine Zusammenfassung gibt es hier: Protokoll Stadtteilkonferenz 2018

Ergebnisse: Werkstattgespräch Mathilde-Otto-Platz – Ideen für einen attraktiven, lebendigen Platz

 

Ergebnisse

44 Rieselfelder Bürgerinnen und Bürger hatten sich am 27. September 2018 eingefunden, um sich gemeinsam mit dem BIV Gedanken über eine bessere Gestaltung des Mathilde-Otto-Platzes an der Seniorenresidenz „Pro Seniore“ zu machen.

Hans-Jörg Schwander (Innovation Academy e.V.) erläuterte zu Beginn, warum der Mathilde-Otto-Platz (MOP) nicht als öffentliche Fläche wahrgenommen wird: Der ca. 2.100 Quadratmeter große Platz ist vom Verkehr der drei umliegenden Straßen umspült und bietet durch seine Gestaltung weder Schutz noch attraktive Atmosphäre. Waren Plätze ursprünglich per se von Geschäften und Handwerksbetrieben umgeben – ein Ort des Handels, der Begegnung und Kommunikation – so weichen die Plätze in heutigen städtischen Gebieten weit davon ab. Sie sollen möglichst „pflegeleicht“ sein und wenig Folgekosten generieren. Damit ist das Wesen des Platzes ad absurdum geführt.

Andreas Roessler klärte über die Geschichte des Platzes auf: Ursprünglich sollte die Kirche auf dem Gelände gebaut werden. Da die Seniorenresidenz wesentlich kleiner ist als die projektierte Kirche entstand der Mathilde-Otto-Platz.

Bereits 2014 machte der BIV beim Bürgergespräch mit OB Salomon im Rieselfeld darauf aufmerksam, dass der Platz eine Umgestaltung vertragen könnte. Da aus diesem Gespräch keine Taten resultierten, jedoch allerorten Bürgerbeteiligung eingefordert wird, gab es im Mai 2018 eine Begehung mit Vertretern des Garten- und Tiefbauamts (GuT) – s.u. „Hintergrund“.

Von den Anwesenden gaben einige an, den Platz früher hin und wieder als Erholungsort und auch als Bouleplatz genutzt zu haben. Doch die Verkehrssituation und die Hitze im Sommer, die durch den Bodenbelag noch verstärkt wird, laden nicht zum Aufenthalt auf dem MOP ein. Damit er ein „Wohlfühlplatz“ würde, müssten folgende Elemente vorhanden sein: Schatten, Lärmschutz, Geborgenheit.

Grundsatzfragen: Was lebt denn da? Wie kann man den Platz nutzen?

Losgelöst von der Geldfrage waren die Anwesenden aufgefordert, ihre Ideen in einem Brainstorming zu äußern.

Ideen aus dem Auditorium:

  • Seniorenspielplatz: Bewegungselemente auf dem Platz verteilen
  • Bankhöhe unpassend (zu niedrig)
  • Platz auf dem Platz = gemütlicher
  • Spielplatz für Jugendliche und Erwachsene mit entsprechenden Turngeräten
  • Generationenübergreifender Bewegungsparcours
  • Urban Gardening: Grün & Blumen, Beete & Kräutergarten
  • Bodenbelag sollte rollatorgeeignet sein
  • Waldähnliche Gestaltung mit verschlungenen Pfaden
  • Beete in Kooperation mit Waldorfschule (ähnlich wie bei IDA, jedoch Hochbeete)
  • Kneipp-Anlage
  • Zwei bis drei Pavillons aus Hecken etc. , kombiniert mit Bewegungselementen
  • Bodenschach
  • Barfußpfad, Klangoase
  • Wasserlauf („Bächle“)

Andreas Roessler berichtete vom Angebot eines Fabrikanten, der Pavillons (im Fotobeispiel: überdachter Carport) mit Photovoltaik auf dem Dach produziert. Die FI-Module sind bei der Solarfabrik zu besichtigen. Eine solche Installation über einem Kneipp-Becken wäre ebenso sinnvoll wie preisgünstig und ergiebig und Strom könnte ggf. ins Pro Seniore-Netz eingespeist werden.

Befürchtungen

„Zweckentfremdung“ in Sommernächten mit Störung der Nachtruhe, wenn Platz zu attraktiv (es gibt eh schon genug Belastung durch den Verkehr).

Gegenfrage: Wollen wir Plätze, die genutzt werden oder die ruhig sind?

Frau Binder (Pro Seniore) gibt zu bedenken, dass die Gasse zwischen Haus und Platz für die Feuerwehr frei bleiben müsse: „Die Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden.“ Aufgabe: Recherche im Bebauungsplan, wo die Zufahrt ursprünglich geplant war.

O-Töne aus dem Auditorium

  • Ich möchte mal in Ruhe im Schatten sitzen.
  • Im Grunde ist das kein Platz; er hat keine Bedeutung.
  • Früher haben hier Kinder gespielt…

Fazit: Wir hatten bisher wohl das Ruhebedürfnis der Anwohner bzw. Pro-Seniore-BewohnerInnen unterschätzt. Die Angst vor einer geräuschvollen „Nutzung“ des Platzes ist groß und wird wohl kaum im Vorfeld zerstreut werden können. So kann eine Umgestaltung des Platzes wohl nur im Dialog mit dem Wohnumfeld  in Angriff genommen werden. Durch eigene Beteiligung werde auch die Identifikation gefördert. „Ein Gesamtkonzept tut not.“

 

Hintergrund zur Idee der Umgestaltung des MOP

Der Mathilde-Otto-Platz im Freiburger Stadtteil Rieselfeld ist ein 2.100 Quadratmeter großer städtischer Platz vor der Seniorenresidenz „Pro Seniore“. Er wird zwar durch einen Laubengang und eine zu niedrige Mauer von den drei umgebenden Straßen leidlich abgeschirmt, aber nur unzureichend durch eine Linde und ein Rotbuchenensemble beschattet. Im Sommer  ist er ein Brutofen und wird deshalb von der Bevölkerung nicht angenommen. Der Wuchs der Glyzinien ist dürftig und auch die an den Metallstützen jeweils gepflanzten Rosen fristen ein eher kümmerliches Dasein. Der Innenhof mit zwei sich kreuzenden, mit kleinen Granitsteinen gepflasterten Diagonalwegen und trapezförmig eingefügten Sandflächen ist ungeschützt der Sonne ausgesetzt und wird somit zum Hitzespeicher. Der Platz wird zunehmend zum Kurzzeitparken von Pflegedienstfahrzeugen und Krankenwagen genutzt und damit zusätzlich der Nutzung entzogen.

In einer ersten Begehung engagierter Rieselfelder BürgerInnen mit Stephan Lemper, Leiter Grünplanung und Bau der Stadt Freiburg und Christina Buchmann vom Garten- und Tiefbauamt der Stadt Freiburg, wurden Ideen vorgetragen, wie der Platz für die Bürgerschaft besser nutzbar gemacht werden könnte. Neben dem Wunsch nach öffentlichen Übungsgeräten für den wöchentlichen Bewegungstreff im Freien wurde der Wunsch nach Installation eines Brunnens, eines Sonnensegels, einer auch für Erwachsene tauglichen Schaukel, Kübelpflanzen und einer Bank unter der Linde geäußert. Von städtischer Seite wird der Platz als bautechnisch hochwertig und optisch einladend eingeschätzt.

Hans-Jörg Schwander, Rieselfelder Bürger, Landschaftsplaner und pädagogischer Leiter des Vereins „Innovation Academy e.V.“ in Freiburg stellte anschließend das Modell der amerikanischen Studierenden vor, das diese nach einem dreiwöchigen Kurs zur (Um-)Gestaltung des Platzes erstellt hatten. Die zentrale Maßnahme dieses Modells ist eine Erhöhung der Mauer zur Kreuzung der drei Straßen im Osten des Platzes als Lärm- und Sichtschutz.

Fakten über Pro Seniore: 39 Apartments für Menschen im betreuten Wohnen – für Menschen, die am sozialen Leben teilhaben, 97 Pflegeplätze – hier müssen Impulse und Aktivierungen vom Personal geschaffen werden.

Sigrid Hofmaier

Werkstattgespräch: Der Mathilde-Otto-Platz – Ideen für einen attraktiven, lebendigen Platz

Gemeinsam mit Hans-Jörg Schwander (Innovation Academy e.V.) und Rieselfelder BürgerInnen gehen wir auf eine Ideenreise zur möglichen Umgestaltung des ca. 2.100 Quadratmeter großen Platzes beim „Pro Seniore“.Hans-Jörg Schwander ist Rieselfelder Bürger, Landschaftsplaner und pädagogischer Leiter des Vereins „Innovation Academy e.V.“ in Freiburg. Gemeinsam mit amerikanischen StudentInnen hat er sich in einem dreiwöchigen Kurs mit der (Um-)Gestaltung des Platzes befasst und daraus ein Modell entwickelt, das er vorstellen und diskutieren möchte.Aufwind bekommen die Überlegungen durch das neue Garten-Konzept der Stadt Freiburg: https://www.freiburg.de/…

Veranstalter ist der BürgerInnenVerein BIV Rieselfeld e.V.
Ein Einladungsflyer wird in der zweiten Septemberwoche an alle Haushalte verteilt.

Stadtteilfest Rieselfeld 20. bis 22. Juli 2018 auf dem Maria-von-Rudloff-Platz

Am Wochenende 20. bis 22. Juli organisieren die Vereine des Freiburger Stadtteils Rieselfeld ihr 23. Stadtteilfest mit vielen unterhaltenden, informativen und kommunikativen Angeboten zum Zuschauen und Mitmachen zwischen Stadtteiltreff glashaus und Kirche. Selbstverständlich feiern die Rieselfelder nicht unter sich: Alle Freiburger sind eingeladen, sich ein Bild von einer lebendigen Quartier-Gemeinschaft zu machen.

Belagssanierung in der Besançonallee / Opfinger Straße

Das Garten- und Tiefbauamt wird am 23. Juli mit den Arbeiten zur Sanierung der Besançonallee beginnen. Betroffen ist ein ca. 1.100 Meter langer Straßenabschnitt zwischen Munzinger Straße und Adelheid-Steinmann-Straße (Zufahrt Rieselfeld). In der Opfinger Straße erfolgt im gleichen Zeitraum zwischen Binzengrün und der Waltershofener Straße ein umfassender Straßenausbau mit Erneuerung der Haltestelle „Am Lindenwäldle“.

Dies wird sich wie folgt auf die Verkehrssituation auswirken:

  • In der Besançonallee bleibt während der gesamten Bauzeit mindestens eine Fahrspur je Fahrtrichtung aufrechterhalten.
  • Die Opfinger Straße wird in o.g. Abschnitt voll gesperrt.
  • Eine Umleitung wird über die Bötzinger Straße, die Munzinger Straße und den Rankackerweg eingerichtet. An den Abbiegestellen wird jeweils eine abknickende Vorfahrt installiert.
  • In der Bötzinger Straße und im Rankackerweg wird die „Rechts vor Links“–Regelung aufgehoben.
  • Am Knotenpunkt Munzinger Straße/Besançonallee gibt es keine Einschränkungen, d. h. es kann jederzeit in sämtliche Richtungen abgebogen werden.
  • In der Opfinger Straße wird zusätzlich im Bereich der Haltestelle „Am Lindenwäldle“ der Geh- und Radweg auf der Südseite gesperrt und auf die Nordseite umgelegt.
  • Auf den Umleitungsstrecken werden an einigen Stellen Halteverbote eingerichtet.

Die Bauzeit umfasst ca. 7 Wochen, so dass die Straßen voraussichtlich nach Ferienende Anfang September wieder freigegeben werden können.

Carsten Diel, Stadt Freiburg im Breisgau, Garten- und Tiefbauamt
Telefon: 0761/201-4747, gut@stadt.freiburg.de

Hier der Baustellenplan als PDF: Besanconallee2018_Umleitungsplan-1

UPDATE: Post“filiale“ Rieselfeld

UPDATE 18.07.2018

Nachdem alle Versuche, ein Ladengeschäft für eine eigene Postfiliale (also kein Partnerbetrieb wie bisher!) im Rieselfeld zu finden, bisher fehlgeschlagen sind, sucht die Post derzeit nach einem Container-Standplatz als vorübergehende Lösung. Der BürgerInnenVerein BIV Rieselfeld e.V. unterstützt die Post seit Wochen bei der Suche nach Räumlichkeiten oder einem Standplatz für einen Container. Lt. Auskunft des Baurechtsamts bedarf die Aufstellung eines temporären Containers auf privatem oder öffentlichen Grundstück einer Baugenehmigung. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) wird das Thema bei der nächsten Besprechungsrunde des Amtes ansprechen.

09.07.2018

Neuigkeiten in Sachen Post Rieselfeld: Auf Nachfrage des BIV Rieselfeld e.V. teilt das Haupt- und Personalamt der Stadt Freiburg mit:

„Am Standort Freiburg-Rieselfeld hat die Partnerin gekündigt, letzter Arbeitstag war der 28.06.2018. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Die Immobiliensuche für einen Interimsstandort DP-Shop (Betrieb durch die Deutsche Post AG) war ohne Erfolg. Deshalb soll die Filiale in einem Container betrieben werden. Der Vertrag für die Containerstellfläche und die Vorarbeiten für Aufstellung eines Containers sind in der Vorbereitung. Personal für den Betrieb der Filiale wurde gefunden.“

Am Mittwoch, 11. Juli soll es weitere Informationen geben.

Post“filiale“ Rieselfeld

Hohe Wellen schlägt derzeit die Tatsache, dass die Postfiliale im Rieselfeld zum 28. Juni geschlossen hat. Bereits im Vorfeld hat sich der BIV Rieselfeld e.V. um Informationen bemüht, jedoch von der Stadt Freiburg nur die lapidare Antwort erhalten, man suche nach einer Nachfolge. Bis diese geklärt sei, solle die Post in Haslach aufgesucht werden. Diese jedoch wird zum 20. Juli geschlossen und erst am 13. August wiedereröffnet. Wie bei allen „Filialen“ des privatisierten Unternehmens handelt es sich um Subunternehmer, die auf eigenes Risiko arbeiten.

Eigene Recherchen beim DHL Paketshop Colors im Rieselfeld, Max-Josef-Metzger Straße 1, haben ergeben:
Man kann dort:

1. Pakete aufgeben
2. Online bestellte Ware, die per DHL zugestellt wurde, zurückgeben
3. Pakete abholen
4. Briefe aufgeben, jedoch nicht Einschreiben und Wertbriefe
5. Briefmarken kaufen
Der BIV wird bei DHL nachfragen, warum nicht zustellbare Pakete nach Haslach oder St. Georgen zur Abholung gebracht werden, obwohl hier ein Paketshop existiert.

Der BIV Rieselfeld e.V. bemüht sich weiterhin um Aufklärung und Ersatz.

Memorandum zur geplanten Neuordnung des Liniennetzes der VAG

In der Ausgabe des „Der Sonntag in Freiburg“  vom 24. Juni gibt es auf Seite 2 eine gute Zusammenfassung über die Bemühungen des AK Verkehr im BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. lesen. Hier der Link: http://img.der-sonntag.de/dso-epaper/pdf/DS_frs_24.06.2018.pdf
Momentan wird das dort angesprochene Memorandum zusammen mit der Stadtteilzeitung in die Rieselfelder Briefkästen verteilt. Außerdem wurden alle Fraktionen im Freiburger Gemeinderat mit dem Papier versorgt.
Hier das Memorandum als PDF: Memorandum V 1_03
Wir hoffen auf breite Unterstützung des Anliegens zum Wohle aller.

Ein konstruktiver Abend: „Umsteigen? Nein Danke“

 
UMSTEIGEN? NEIN DANKE
Informationsveranstaltung über die geplante neue Streckenführung der Straßenbahnlinie 5 im Rieselfeld

Der Einladung des AK Verkehr im BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. mit dem provokanten Titel „UMSTEIGEN? NEIN DANKE“ waren ca. 150 RieselfelderInnen gefolgt. Sie erlebten ein fair geführtes Ringen um die künftige Streckenführung der Stadtbahnlinie 5.

Hintergrund des Abends war die Zukunftsplanung der Freiburger Verkehrsbetriebe (VAG): Nach Fertigstellung der Kronenbrücke und Umgestaltung des Rotteckring soll die Linie 5 ab Heinrich-von-Stephan-Straße über die neue Achse Kronenbrücke – Stadttheater – Fahnenbergplatz zum Siegesdenkmal fahren. Wer – wie bisher – direkt zur Johanneskirche, zum Bertoldsbrunnen und Hauptbahnhof, Rathaus im Stühlinger oder zu den Kliniken und zum Hauptfriedhof gelangen will, muss an der Haltestelle „Am Lindenwäldle“ oder „Heinrich-von-Stephan-Straße“ in die Linie 3 umsteigen.

Nach der Begrüßung durch den BIV-Vorsitzenden Andreas Roessler präsentierte der AK Verkehr-Sprecher Erich Birkle die jetzige und die geplante Streckenführung. Speziell für Menschen mit Handicap, im Rollstuhl oder mit Rollator, mit Kinderwagen oder Gepäck sei das Umsteigen beschwerlich („Wir wollen eine Lösung, die uns keine Verschlechterung bringt.“). Es folgten die Erläuterungen der VAG-Position und -Planung durch Vorstand Oliver Benz. Von der anschließenden Diskussionsrunde machte das Publikum mit überwiegend sehr konstruktiven Vorschlägen über eine Stunde lang sehr regen Gebrauch. Von Seiten der Rollstuhlfahrer gab es viele Klagen über erhebliche Einstiegshindernisse an der Haltestelle Am Lindenwäldle, die auch durch den geplanten Umbau nicht behoben sein werden.

Bereits seit 2014 sind der AK Verkehr im BIV e.V. und die VAG miteinander im Gespräch. Immer wieder hat man sich über potenzielle Lösungen des von der VAG durchaus erkannten Problems ausgetauscht und es hatte sich sogar vorübergehend eine Lösung angedeutet, die VAG-Vorstand Benz jedoch wieder zurücknehmen musste. Seine Idee einer Linienführung der „5“ über den Rotteckring und Fahnenbergplatz zum Siegesdenkmal, aber dann zurück zum Bertoldsbrunnen, um von dort der bisherigen Linie 5 nach Zähringen über den Hauptfriedhof zu folgen, wurde von der VAG-Spitze aus verschiedenen nachvollziehbaren Gründen einkassiert (Fehlen der dringend nötigen Entlastung des Bertoldbrunnens, Orientierungsprobleme am Stadttheater für Ortsfremde u.a.).

Die vom AK Verkehr angedachte Lösung durch einen Switch der Linien 3 und 5 – das hieße, die Linie 5 würde ab der Haltestelle Am Lindenwäldle der Streckenführung der Linie 3 folgen und umgekehrt – scheitert an einer von der VAG ermittelten Fahrgastzählung. Es wurde nämlich im Vergleich der Linien 3 und 5 ein deutlich höheres Fahrgastaufkommen über die Linie 3 von der Endstation bis zum Lindenwäldle ermittelt als vom Rieselfeld, bedingt durch enorme Pendlerströme vom Knotenpunkt Munzinger Straße (Anbindung der Stadtbahnlinie 3 an die Buslinien 11, 14, 32, 33, 34, 35).

Über die Fahrgastzahlen auf den einzelnen Linien ist die VAG stets im Bilde: Die automatisierten Zählungen in den Stadtbahnfahrzeugen ergeben verlässliche Werte. So ist die Linie 5 zwischen Bollerstaudenstraße und Johanneskirche bzw. Bertoldsbrunnen ebenso stark besetzt wie zwischen diesen Haltestellen und dem Hauptbahnhof. Danach nimmt das Fahrgastaufkommen bis zur Hornusstraße rapide ab. Die neue Linie 4 hält im Bereich Zähringen nicht, was man sich von ihr versprochen hatte.

Die Zugeständnisse der VAG beschreibt die BZ in ihrem Beitrag vom 28. April 2018 folgendermaßen: „Weil die Bahnen morgens immer sehr voll sind, wird es zukünftig zwischen 6.30 und 8.30 Uhr sowohl auf der Linie 5 als auch auf der Linie 3 (Haid – Weingarten – Innenstadt – Vauban) statt eines 7,5-Minuten- einen 6-Minuten-Takt geben. Auf der Linie 5 sollen zudem ausschließlich Niederflurfahrzeuge unterwegs sein, die Rollstuhlfahrern ein leichteres Ein- und Aussteigen ermöglichen. Und die Umsteigehaltestelle „Am Lindenwälde“ werde in diesem Sommer umgebaut, kündigte Benz an. Geplant seien ein breiterer Bahnsteig, ein Blindenleitsystem und zwei größere Unterstände. Die Kosten lägen bei 175.000 Euro.“

Den ganzen Artikel kann man hier lesen:
www.badische-zeitung.de/vag-haelt-am-linienkonzept-fest

Sorge macht dem AK Verkehr im BIV e.V. und den Rieselfeld-BewohnerInnen überdies die geplante Anbindung des geplanten Stadtteils Dietenbach über die Linie 5: Weitere 15.000 BewohnerInnen könnten das System komplett überfordern. Oliver Benz beruhigte mit der Zusage einer engeren Taktung und Erhöhung der Kapazität durch längere Stadtbahnen.

Insgesamt wurde an diesem Abend klar, welche logistische Leistung hinter der Koordination einer Verkehrsplanung à la VAG steckt: Keinen Stadtteil in Taktung und Fahrzeugversorgung zu benachteiligen, ist eine große Herausforderung. Alle vom Publikum angesprochenen Kritikpunkte und Vorschläge wurden vom VAG-Mitarbeiter Grasser sorgfältig notiert und werden – so das Versprechen von Oliver Benz – dokumentiert und eingehend geprüft. Außerdem soll die neue Linienführung nach 6 Monaten Probelauf im Sommer/Herbst 2019 nochmals kritisch auf den Prüfstand gestellt werden.

Der BürgerInnenVerein Rieselfeld e.V. wird weiterhin mit der VAG im konstruktiven Gespräch bleiben und die Entwicklung begleiten.

Sigrid Hofmaier

 

Nachruf zum Tod von Erika Gottfroh

Erika Gottfroh ist am Montag, 26. März 2018 im Alter von 91 Jahren gestorben.
Sie war im Frühjahr 1999 mit dabei, als der BIV gegründet wurde und hat sich seither unermüdlich und mit großer Neugier eingebracht, sich zu verschiedenen Themen im Stadtteil und darüber hinaus geäußert und Anregungen gegeben. Damit war sie ein Vorbild für uns alle – unabhängig von Alter oder Funktion.

Mit Erika verlieren wir eine bis ins hohe Alter engagierte, im besten Sinne politische und liebenswerte Person, die an allen Stationen ihres langen Lebens prägnante Spuren hinterlassen hat.

Ich bin froh, dass ich Erika kennenlernen durfte. Sie wird immer bei uns sein – im Glashaus, auf der Straße, dem Markt und bei allen Veranstaltungen…

Andreas Roessler Vorsitzender BIV Rieselfeld