HÄNDE WEG VOM DietenbachWALD!

Es ist noch nicht zu spät

Etwa 50 Menschen spazierten am letzten Sonntagnachmittag im August gemeinsam von der Straßenbahnhaltestelle Bollerstaudenstraße in den besetzten Teil des DietenbachWALDes, der abgeholzt werden soll. Unterwegs und im Wald bekamen sie von Ralf Schmidt, Vorsitzender der NABU-Gruppe Freiburg, wichtige Informationen über den Wert des Waldes für Artenvielfalt und Klimaschutz, und über die vorgesehenen Rodungen. Eine Woche später und davor waren es etwa halb so viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger. Aber es sollen viel mehr werden.

Der Arbeitskreis Dietenbach im BürgerInnenVerein BIV e.V. ruft gemeinsam mit vielen anderen Organisationen zu den Spaziergängen auf, mit denen jeden Sonntag um 14 Uhr gegen die geplante Abholzung von mehr als vier Hektar DietenbachWALD demonstriert werden soll. VertreterInnen von NABU, BUND, Parents for Future, Waldkindergarten e.V., BaumbesetzerInnen und BIV trafen sich kürzlich mit weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Glashaus, um gemeinsam über Möglichkeiten zu beraten, wie die großflächigen Rodungen zu verhindern wären.

Ein Ergebnis dieses Vernetzungstreffens sind intensive und breit gestreute Aufrufe zu den Sonntagsspaziergängen zum DietenbachWALD. Mehr und mehr Menschen in Freiburg sollen dabei erfahren, welch wertvolles Stück Natur dem Bau von Dietenbach geopfert werden soll. Mit dem entsprechenden politischen Willen in Gemeinderat und Stadtverwaltung könnte der Wald erhalten bleiben, ohne dass dafür auf Wohnraum, Schulen oder Sportflächen verzichtet werden müsste. Davon sind die Initiatoren überzeugt und werden deshalb nicht aufhören, die Freiburger Bevölkerung auf die Rodungspläne im Freiburger West aufmerksam zu machen: „Hände weg vom DietenbachWALD!“ – unter diesem Motto soll der Protest in den kommenden Wochen intensiviert werden.

Lebensraum für wertvolle Bäume und seltene Tierarten

Dass der Wald die breite Unterstützung aus der Bevölkerung braucht, bewies auch eine Waldbegehung des AK Dietenbach im BürgerInnenVerein Rieselfeld, gemeinsam mit der Leiterin des Städtischen Forstamts, Nicole Schmalfuß, und Revierförster Ernst Krämer sowie Rüdiger Engel und Ingo Breuker von der städtischen Projektgruppe Dietenbach. Die Forstleute bestätigten, dass der DietenbachWALD nicht nur viele alte und wertvolle Bäume enthält, sondern auch Lebensraum zahlreicher seltener Tierarten ist. Den Wert des Waldes als kühlem Erholungsraum an heißen Sommertagen und seine Bedeutung für den Klimaschutz konnten sie an dem Sommertag gut nachvollziehen.

Die Beobachtung vieler SpaziergängerInnen und JoggerInnen, dass der Rest eines nur 30 Meter breiten Waldstreifens angesichts der zunehmenden Hitze und Trockenheit größtenteils absterben wird, bestätigen Schmalfuß und Krämer. Allerdings gaben sie sich zuversichtlich, dass sich hier in den nächsten Jahrzehnten Baumarten ausbreiteten, die dem Klimawandel besser widerstehen könnten als die jetzt vorhandene Vegetation. Schließlich sind beide als städtische Angestellte an Weisungen gebunden und sehen keine Möglichkeit, die Abholzung ihres Waldes zu verhindern.

So bleibt also weiterhin die Hoffnung auf die Öffentlichkeit: Dass immer mehr Menschen in Freiburg sich für den DietenbachWALD zu interessieren beginnen und für den Bestand dieses wertvollen Stücks Natur öffentlich eintreten. Alle sind eingeladen zum Spaziergang in den DietenbachWALD an jedem Sonntag um 14 Uhr, Treffpunkt Straßenbahnhaltestelle Bollerstaudenstraße. Entscheidend ist letztlich der politische Wille im Gemeinderat. Es ist noch nicht zu spät. Noch gibt es für Dietenbach nicht einmal Bebauungspläne.

Das nächste Vernetzungstreffen findet am Dienstag, 21. September um 19 Uhr im Foyer des Glashaus Rieselfeld statt.

Harald Kiefer
Sprecher des AK Dietenbach im BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V.

Infos und Kontakt:
https://dieti.blackblogs.org
https://t.me/s/dieti_ticker

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