Aktion „Dieti bleibt!“

Der BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. begrüßt die Initiative einiger junger Menschen aus Freiburg, die seit Anfang Juni im Langmattenwäldchen in Baumhütten friedlich gehen die unnötige Abholzung im Rahmen der Bebauung von Dietenbach protestieren. Ihnen geht es dabei ausschließlich um den Walderhalt aus Klimaschutzgründen und nicht um die Verhinderung des neuen Stadtteils!
Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Martin Haag am 6. Juni fand ein Austausch der Argumente zwischen AktivistInnen, BürgerInnen aus dem Rieselfeld und VertreterInnen diverser Gruppierungen statt. In dessen Verlauf sprach Martin Haag von ca. 4 Hektar, die der Bebauung zum Opfer fallen sollen. Weitere Gespräche wurden vereinbart.
Wer mehr über die Aktion erfahren bzw. die AktivistInnen unterstützen möchte, findet sie im Waldabschnitt nördlich des Bollerstaudenwegs. Die Besetzung soll „bis zu einer zufriedenstellenden Zusage“ fortgesetzt werden.

Infos und Kontakt:
https://dieti.blackblogs.org
https://t.me/s/dieti_ticker
Andreas Roessler
für den Vorstand des BIV Rieselfeld e.V.
Fotos: Smiljka Vucikuja

BIV-Rundbrief Mai 2021

Liebe BIV-Mitglieder,
mit etwas Verspätung berichten wir heute über relevante Themen aus dem Rieselfeld. 14 Monate hat uns nun die Pandemie fest im Griff und einige Artikel in diesem Rundbrief beschäftigen sich mit den Folgen für unseren Stadtteil. Dazu gehört vor allem eine Form von Vandalismus, die wir bisher so nicht kannten. Wir bitten Sie und euch alle nochmals dringend, Beobachtungen zu Übertretungen im und um das Naturschutzgebiet direkt bei der Polizei zu melden. Die Dienststellen sind für das Thema sensibilisiert und haben uns ihre Unterstützung zugesagt.

Bitte melden Sie Vorkommnisse, die illegal im Naturschutzgebiet oder den angrenzenden Waldbereichen stattfinden, unter der Telefonnummer 0761/8 82 44 21 an das Polizeirevier Süd. Es geht nicht darum Personen zu denunzieren, sondern darum wertvolle Güter zu schützen.


Außerdem informieren wir über den Versuch einer weiteren Intervention zum Walderhalt zwischen dem Rieselfeld und dem Neubaugebiet Dietenbach, über den Wohnungsverkauf im Rieselfeld und die alljährliche Prämierung der schönsten Baumscheiben. Der AK Verkehr war ebenfalls aktiv und die Stadtteilputzete wurde auf Oktober verschoben. Im Herbst feiert der Stadtteilverein K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V. sein 25-jähriges Jubiläum. Hierzu bereiten einige Vorstandsmitglieder, Haupt- und Ehrenamtliche einen Podcast vor, der Pionierinnen, Pioniere und Neu-RieselfelderInnen zusammenbringt. Vielleicht hat der eine oder die andere Lust sich zu beteiligen? Das wäre wunderbar!

Wir wünschen Ihnen und euch weiterhin gutes Durchhaltevermögen und Solidarität für die – hoffentlich – letzte Etappe in der Corona-Krise!
i.A. Sigrid Hofmaier
– Öffentlichkeitsarbeit BIV Rieselfeld e.V. –


Diese Themen haben wir für Sie zusammengestellt:
Schlechte Chancen für den Wald 1
Wohnungsverkauf 3
Vandalismus im NSG und im Wald 3
Meldungen aus dem AK Verkehr 4
Aufbruch zur Verkehrswende 6
Baumscheiben-Wettbewerb 7
Stadtteil-Putzete 8 „Wir sind Rieselfeld“ 8
In eigener Sache 8

BIV-Rundbrief Februar 2021

Liebe BIV-Mitglieder,
schon ist das neue Jahr sechs Wochen alt – und immer noch nicht wissen wir, wann und wie wir aus der Corona-Krise gelangen. Einige wenige nutzen die allgemeine Unsicherheit für lautstarke Proteste mit kruden Parolen. Unser Vorstandsmitglied Smiljka Vucikuja hat Orientierungshilfen und Links zu Fakten über das Virus, die Mutationen und die Impfungen für diesen Rundbrief zusammengetragen. Außerdem bereiten wir gemeinsam mit dem Stadtteilverein K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V. eine Stellungnahme zu unserer Haltung gegenüber denjenigen vor, die provozieren und randalieren statt sich zu solidarisieren.
Neben der aktuellen Krisensituation beschäftigt uns permanent und sicher noch lange das Thema Langmattenwäldchen. Lesen Sie, was wir aktuell unternehmen, um möglichst viele Bäume zwischen Rieselfeld und Dietenbach erhalten zu helfen.
Wie immer danken wir Ihnen für Ihr Interesse und freuen uns, wenn Sie unsere Informationen weiterleiten und/oder uns Anregungen zukommen lassen.
Ihr BIV Rieselfeld e.V.
i.A. Sigrid Hofmaier, Öffentlichkeitsarbeit


Diese Themen haben wir für Sie zusammengestellt:
Was ist los im Rieselfeld? 1
Neue Ideen für den Walderhalt 2
Freiburg putzt sich raus 3
Fuß- und Radentscheid Freiburg 4
Online-Vorträge der Polizei 5

Ein seltsames und arbeitsreiches Jahr:
Der BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. zieht Bilanz 2020

Klartext für den Screenreader:

Ein seltsames und arbeitsreiches Jahr
Der BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. zieht Bilanz

Wir wissen es alle: 2020 war ein ungewöhnliches, ein seltsames, ein besonderes Jahr. Einige Veranstaltungen des BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. – wie z.B. den Frühjahrsempfang im März und das Rieselfelder Stadtteilfest im Juli – fielen dem Lockdown und den folgenden Beschränkungen zum Opfer. Andere feste Termine, wie Vorstandssitzungen und die Stadtteilkonferenz konnten dank digitaler Technik aerosolfrei stattfinden. Wir rechnen damit, dass das wohl noch eine Weile so weitergehen wird.

Mehrere „große“ Themen…

Trotz aller Widrigkeiten ist es dem BIV 2020 gelungen, einige der wichtigsten Themen im und für das Rieselfeld weiter voranzubringen. Dazu gehörten im Frühsommer die Erinnerung an die Schutzbedürftigkeit des Naturschutzgebiets Rieselfeld, das – teilweise unter Missachtung der Schutzzonen – im ersten Lockdown stark frequentiert wurde. Nach einer Begehung mit Harald Schaich vom Umweltamt der Stadt Freiburg entwickelte der BIV-Vorstand einen Flyer mit den wichtigsten Regeln und installierte im Sommer eine Infotafel am Bollerstaudenweg, an den das NSG westlich direkt angrenzt. Außerdem wurden die Absperrungen zwischen den begehbaren Wegen und dem FFH-Schutzgebiet erneuert.

Die Nachricht, dass der Baustellenverkehr zum Bau des 3. und 4. Gleises der Rheintalautobahn über die schmale und nur für Fuß- und Fahrradverkehr zugelassene Mundenhofer Straße erfolgen solle, versetzte den AK IGEL in Alarmbereitschaft. Gemeinsam mit dem AK-Sprecher Helmut Mielitz wurde eine Pressemitteilung verfasst und die Öffentlichkeit auf die unzumutbare und gefährliche Planung hingewiesen.Die kontinuierlichen Bemühungen um die Schonung des Langmattenwäldchens zwischen Rieselfeld und dem projektierten Stadtteil Dietenbach als Klimaschutz- und Naherholungszone mündeten in einen Appell an den Oberbürgermeister und den Gemeinderat der Stadt Freiburg. Der BIV akzeptiert das Ergebnis des Bürgerentscheids pro Neubaugebiet Dietenbach, möchte sich aber nicht damit abfinden, dass mehr Bäume als ursprünglich geplant, weichen sollen. Der Prozess ist trotz der zwar verständnisvollen, aber im Ergebnis ablehnenden Haltung der Gemeinderats-Mitglieder nicht abgeschlossen. Mit der Berufung des BIV-Vorsitzenden Andreas Roessler in die Gemeinderätliche AG Dietenbach ist hier zumindest ein starker Fürsprecher des Waldes direkt eingebunden.

Ein weiteres Dauerthema ist der Ringschluss der VAG-Stadtbahn-Linie 5: die Fortführung der Linie 5 von der Endhaltestelle in Dietenbach durch eine Trasse über die B 31 und Dreisam zur Haltestelle Paduaallee. Die Arbeitgemeinschaft Freiburger Bürgervereine unterstützt die die Idee des BIV und konnte als prominenten Mitstreiter und Experten den ehemaligen Prokuristen der VAG, Hans Bogel, gewinnen. Der BIV-Vorstand bleibt im Gespräch mit den Planern und Verkehrsverantwortlichen der VAG.

… und viele alltägliche Themen

Neben der aktiven Unterstützung des Fuß- und Radentscheids in Freiburg durch Unterschriftensammlung im Stadtteil beteiligte sich der BIV mit einer Spende an der Finanzierung des von der KIOSK-Gruppe ÄwiR initiierten Bewegungsparcours im Stadtteilpark. Die jährliche Stadtteilputzete konnte im März noch stattfinden, die traditionelle Prämierung der schönsten Baumscheiben war nicht mehr persönlich möglich. Im Verlauf des Jahres verschickte der BIV sechs Rundbriefe sowie einige Rundmails mit Informationen über die aktuellen Aktivitäten im BürgerInnenVerein Rieselfeld, die auf großes Interesse und nachhaltige Akzeptanz stießen. Der Infoflyer über das Selbstverständnis und die Aufgaben des BIV wurde 2020 aktualisiert und neben den etablierten Arbeitskreisen Verkehr, Natur & Landschaft, Inklusion, Wochenmarkt, Kinder & Jugend, SeniorInnen und IGEL nahmen zwei neue AKs ihre Arbeit auf: Der AK „Alter und Digitales“ (Sprecher: Charly Strödter) kümmert sich um die Einbindung älterer Menschen in die Chancen digitaler Formate und der AK „Dietenbach“ (Sprecher: Harald Kiefer) richtet seinen Fokus weiterhin auf die Schonung des Langmattenwäldchens.

Der BIV vertritt die Interessen der Rieselfelder BürgerInnen – jetzt Mitglied werden!

Weitere UnterstützerInnen sind jederzeit willkommen: Alle erwachsenen RieselfelderInnen, Familien und Firmen können sich aktiv (z.B. durch Gründung eines AK im BIV) oder indirekt (als Mitglied) dazu beitragen, dass wir unseren Stadtteil lebenswert erhalten können! Infos zu den Inhalten unserer Arbeit und das Antragsformular für eine Mitgliedschaft zum geringen Beitrag von 10 Euro/Jahr als Einzelperson oder 15 Euro/Jahr als Paar gibt es auf biv.rieselfeld.org und im aktuellen Flyer. Gerne nehmen wir auch Vorschläge und Anregungen auf. Eine Mail an sigrid.hofmaier@gmail.com genügt.

Sigrid Hofmaier, Öffentlichkeitsarbeit BIV e.V., 27. Dezember 2020

BIV-Rundbrief November 2020

Liebe BIV-Mitglieder,
in diesem außergewöhnlichen Jahr mussten wir uns an viele Veränderungen gewöhnen. Die Absage unseres ersten Frühjahrsempfangs im März gehörte ebenso dazu wie das ausgefallene Stadtteilfest im Juli und weitere Veranstaltungen im Glashaus. Doch wir haben auch viel Neues gelernt: So fand die Rieselfelder Stadtteil-konferenz mit über 30 TeilnehmerInnen erstmals online statt und Formate wie „Forum Glashaus“ wurden ebenfalls ins Internet verlegt. In diesem Rundbrief gehen wir u.a. darauf ein. Die Arbeit anderer Arbeitskreise im BIV waren nicht oder nur marginal von den Corona-Beschränkungen tangiert.
Unser besonderes Augenmerk galt in den vergangenen Wochen dem Appell zur Schonung des Waldes zwischen Rieselfeld und dem geplanten neuen Stadtteil Dietenbach. Dazu hatten wir Sie und euch ja mehrfach informiert. Kürzlich erreichte uns die Nachricht, dass einzelne BIV-Mitglieder den Appell mehrfach kopiert und an NachbarInnen, FreundInnen und Bekannte weitergegeben haben. Herzlichen Dank für die großartige Unterstützung! Wie sich die Übergabe an OB Martin Horn am vergangenen Donnerstag gestaltete, ist auch Teil dieses Rundbriefs. Wir hoffen, dass die Berufung von Andreas Roessler in die Gemeinderätliche AG (GRAG) Dietenbach dazu beiträgt, mehr Bäume als derzeit geplant zu erhalten.
Wir danken für Ihre und eure Unterstützung unserer Arbeit im zu Ende gehenden Jahr und wünschen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit sowie einen gelingenden Rutsch ins neue Jahr!
Ihr BIV Rieselfeld e.V. i.A. Sigrid Hofmaier, Öffentlichkeitsarbeit

Diese Themen haben wir für Sie zusammengestellt:
Übergabe der Appelle an OB Martin Horn 1

Die missachtete Fußgängerzone im Wohnhof 3

Bewegungsparcours beim Rosengarten 4

Stadtteilkonferenz erstmals online 5

„Forum im Glashaus“ digital 6

Appell-Übergabe an Oberbürgermeister Martin Horn

Klartext für den Screenreader:

Heiße Herzen in kühler Atmosphäre BIV übergibt die Wald-Appelle an Oberbürgermeister und Gemeinderat
Rund 1.500 Bürgerinnen und Bürger von Freiburg, überwiegend aus Rieselfeld, fordern den Freiburger Gemeinderat auf, beim Bau des neuen Stadtteils Dietenbach den Wald zu schonen. So steht es im Appell an Oberbürgermeister Martin Horn und die Stadträtinnen und Stadträte.
Andreas Roessler, Vorsitzender des BürgerInnenVereins, und die Mitglieder des BIV-AK Dietenbach übergaben am Donnerstagabend einen dicken Packen von Appellen an OB Horn, stellvertretend für alle Kommunalpolitikerinnen und -politiker, die am 8. Dezember über den Rahmenplan für Dietenbach entscheiden.
Es war ziemlich kalt im Garten hinter dem Rathaus, wo die Übergabe der Appelle aus Gründen des Infektionsschutzes im Freien stattfinden musste, aber die Temperamente der Anwesenden waren sehr unterschiedlich: Während die Argumente für den Wald von den Vertretern der Bürgerinnen und Bürger mit heißem Herzen vorgetragen wurden, fielen die Reaktionen von OB Horn und dem Leiter der städtischen Projektgruppe für Dietenbach, Rüdiger Engel ziemlich kühl aus: Es sei jetzt nicht die Gelegenheit, noch viel zu diskutieren, eröffnete Horn das Gespräch, es sei vielmehr an der Zeit, den Rahmenplan auf den Weg zu bringen. Auch er bekenne sich zur Ökologie, aber der Stadtteil Dietenbach müsse gebaut werden, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Auf den Hinweis, dass der Gemeinderat im „Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest“ 2019 selbst festgeschrieben hat, „die Eindämmung der Klimakrise und des massiven Artensterbens sowie deren schwere Folgen als städtische Aufgaben von allerhöchster Priorität“ zu erklären, und somit dem Wald für Klima- und Artenschutz Vorrang vor ökonomischen und sozialen Kriterien einräumen müsse, folgte der allgemeine Hinweis des Oberbürgermeisters, dass der Klimawandel tatsächlich eine große Bedrohung darstelle, die schon jetzt weltweit viele Katastrophen verursache.
Auf die Bitte des BürgerInnenVereins, in das Gebiet für die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs nördlich der Mundenhofer Straße nicht nur die Schul-, Sport- und Freizeitflächen einzubeziehen, sondern auch die Standorte des dort geplanten Studierenden-Wohnheims und eines Bürogebäudes, um mehr Planungsmöglichkeiten zu haben, reagierte Projektleiter Engel mit dem Hinweis, der Zuschnitt dieses Wettbewerbsgebiets sei von Anfang an klar gewesen. Eine Erweiterung sei „städtebaulich nicht erwünscht“.
Auf die Mahnung des BIV, dass der vorgesehene und von den Planern demnach städtebaulich erwünschte, nur dreißig Meter breite „Waldsaum“ an der Mundenhofer Straße wegen der immer heißer werdenden Sommer keine Überlebenschance habe, reagierte Engel mit der Einladung des BIV zu einer Waldbegehung mit dem Revierförster, die im Februar stattfinden soll. OB Horn nannte dies eine Möglichkeit, weiterhin gute Ideen zum Walderhalt einzubringen. Und er versicherte, es werde nur gerodet, was unbedingt nötig sei. Die BIV-Vertreter äußerten den Wunsch, der Oberbürgermeister möge an diesem Vor-Ort-Termin teilnehmen.
Ingrid Winkler, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Freiburger Bürgervereine (AFG), wies bei dem Treffen darauf hin, dass die Freiburger Bürgervereine insgesamt die Forderung nach Erhalt des Waldes unterstützen, schon aus Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen von Freiburgerinnen und Freiburger.
OB Horn vergaß selbstverständlich nicht, seine Freude über das große bürgerschaftliche Engagement in Freiburg zu betonen, und sein Glück, für eine so lebendige Stadt arbeiten zu dürfen, in der so vielfältige Initiativen wie der BürgerInnenVerein Rieselfeld sich für so vielfältige Anliegen engagieren und Unterschriften sammeln. In der Gemeinderatssitzung am 8. Dezember wird sich zeigen, ob sich diese Freude und das Bekenntnis zu Klima- und Artenschutz, die auch schon viele Stadträtinnen und Stadträte gegenüber den BIV zum Ausdruck gebracht haben, in der Berücksichtigung der zwingenden Argumente für die Schonung des Waldes in den Debattenbeiträgen und Beschlüssen zum Rahmenplan für Dietenbach niederschlagen.
Folgende Organisationen, Vereine und Initiativen unterstützen den Appel des BIV zur Waldschonung: BUND-Ortsgruppe Freiburg, NABU-Ortsgruppe Freiburg, Klimaaktionsbündnis, Parents for Future, ECOtrinova e.V., BI Landwirtschaft+Wald Freibg. + Regio, AG der Freiburger Bürgervereine, Freiburg Lebenswert e.V., Ratsherr Dr. Wolf-Dieter Winkler, Klimaliste Baden-Württemberg (neue Partei), ÖDP-Kreisverband, Stadtwandler Freiburg, Treffpunkt Freiburg e.V., ISES e.V.
Bildtext:
Einen Packen von 1.339 unterschriebenen Appellen zum Walderhalt übergab BIV-Vorstandsmitglied Harald Seywald (rechts) an Oberbürgermeister Martin Horn. Etwa 150 Appelle sind direkt im Rathaus eingegangen. Wegen des Infektionsschutzes fand die Übergabe im Freien, im Garten des Rathauses, statt.
Text & Foto: Harald Kiefer, Sprecher des AK Dietenbach im BIV e.V.

Artikel der Badischen Zeitung über den Appell an den Freiburger Gemeinderat zur Schonung des Waldes bei der Erschließung von Dietenbach

Medienmitteilung zur Appell-Übergabe an den Oberbürgermeister am 26.11.2020

Klartext für den Screenreader:

PRESSEMITTEILUNG
17.11.2020
Kontakt: BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V.
Andreas Roessler, Vorsitzender,
Telefon: 0160 4755287, E-Mail: andreas.roessler@t-online.de
Tausendfacher Appell
für Waldschutz beim Bau von Dietenbach
Nach den derzeit bestehenden Plänen der Stadt sollen für den Bau des neuen Freiburger Stadtteils Dietenbach 4,4 Hektar Wald gerodet werden. Es geht um die Hälfte des sogenannten Langmattenwäldchens sowie um einen großen Teil des Waldes entlang der Mundenhofer Straße. Am 8. Dezember verabschiedet der Gemeinderat einen Rahmenplan zum Bau von Dietenbach.
Mehr als 1.300 Bewohnerinnen und Bewohner von Freiburg, vor allem aus Rieselfeld, haben einen Appell für den Erhalt dieses Teils des Freiburger Mooswalds an Oberbürgermeister Martin Horn und die Mitglieder des Gemeinderats gerichtet. Viele Appelle sind bereits direkt im Rathaus eingegangen, einen dicken Packen von Appellen werden Andreas Roessler, Vorsitzender des BürgerInnenVereins Rieselfeld (BIV e.V.) und Mitglieder des BIV-Arbeitskreises Dietenbach
am Donnerstag, 26.11.2020 um 18:30 Uhr an Oberbürgermeister Martin Horn übergeben.
Wegen der Corona-Pandemie wird die Übergabe unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften auf dem Platz hinter dem Rathaus in der Innenstadt stattfinden.
Der BürgerInnenVerein Rieselfeld betont, dass es nicht darum geht, den Bau von Dietenbach infrage zu stellen. Im Gegenteil: Der Verein arbeitet seit Beginn der Planungen kritisch-konstruktiv daran mit, dass in der Nachbarschaft von Rieselfeld ein Stadtteil entsteht, in dem sich die BewohnerInnen genauso wohl fühlen können wie die Bewohnerinnen und Bewohner in Rieselfeld.
Da der Wald für das Klima, die Artenvielfalt und die Naherholung auch der Menschen in Dietenbach unverzichtbar ist, hat der BIV bereits 2014 in einer Stellungnahme zum Planungsprozess darauf hingewiesen, dass der bestehende Wald erhalten und entwickelt werden muss. Der BürgerInnenVerein und die weit mehr als tausend Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Appells sind der Überzeugung, dass die in diesem Bereich vorgesehenen Schul-, Sport- und Freizeitflächen so intelligent geplant werden können, dass dafür kein Wald gerodet werden muss. Diese Ansicht teilen auch Organisationen wie die Arbeitsgemeinschaft der Freiburger Bürgervereine (AFB): „Wir fordern alle Verantwortlichen dringend auf, diesen Wald zu erhalten“, schreibt die AFB an OB und Gemeinderat. Auch der BUND unterschreibt den Appell, und NABU, Parents for Future und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unterstützen die Forderungen zum Teil mit Aktionen und Appell-Sammelaktionen.
Wir bitten Sie, liebe Journalistinnen und Journalisten, über unsere Initiative zum Erhalt des Waldes zu berichten. Zur weiteren Information finden Sie in der Anlage den genannten Appell und unser ausführliches Positionspapier dazu. Selbstverständlich stehen wir für Nachfragen zur Verfügung. Und selbstverständlich sind Sie zur Übergabe der Appelle an OB Horn am 26.11.2020 um 18:30 Uhr auf dem Platz hinter dem Rathaus eingeladen.
Mit freundlichen Grüßen
BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V.
Andreas Roessler Harald Kiefer Sigrid Hofmaier
Vorsitzender Sprecher AK Dietenbach Öffentlichkeitsarbeit

Appell an den Freiburger Gemeinderat zur Schonung des Waldes bei der Erschließung von Dietenbach

„Nur-Text“-Variante für Screenreader:

Herrn
Oberbürgermeister Martin Horn
Vorsitzender des Gemeinderats der Stadt Freiburg
Rathausplatz 2-4
79098 Freiburg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Horn, sehr geehrte Damen und Herren Stadträtinnen und Stadträte,
wenn der Gemeinderat die vorliegenden Pläne für den Bau des neuen Stadtteils Dietenbach mit großflächiger Rodung des Waldes an der Mundenhofer Straße und im Langmattwäldchen beschließt…
…wird zwischen Rieselfeld und Dietenbach voraussichtlich bald kein kühlender Wald mehr stehen.
Bedroht wäre der Lebensraum von Haselmäusen, Spechten, Fledermäusen und Hirschkäfern. Zusätz-
lich zur Rodung der Hälfte des Langmattenwäldchens soll der bestehende Wald zwischen den beiden Stadtteilen auf einen Streifen von nur 30 Metern Breite reduziert werden. Ein solch schmales Band hat kaum eine Überlebenschance. Es verblieben zu wenige Bäume, um im Verbund den Boden zu beschatten und vor Austrocknung zu bewahren sowie Stürmen Stand zu halten. Schon heute zeigen dies an schmalen Stellen viele verdorrte und umgestürzte Bäume.
…übergeht er damit das Klimaanpassungskonzept, das er selbst 2019 beschlossen hat. Darin wird festgestellt, dass die Klimasituation in Rieselfeld schon heute bedenklich ist und es hier bis 2050 zu hoher bis höchster Hitzebelastung kommen wird, ebenso wie im benachbarten Industriegebiet Haid und Teilen der Nachbarstadtteile Weingarten und Haslach. Dietenbach wird sich aufgrund der dichten Bebauung voraussichtlich in diese Reihe einfügen. Maßnahmen zur Hitzeminderung, die der Gemeinderat empfiehlt, würden ignoriert. Sie stehen im Klimakonzept: „Negative Klimaentwicklungen meiden, Freiräume sichern und klimaoptimiert entwickeln, die Vernetzung und Zugänglichkeit von Wald- und Grünflächen erhöhen“.
…ignoriert er damit die Waldkonvention, die er selbst 2020 erneuert hat. Die bisher anerkannten klassischen Funktionen des Waldes, Naturschutz, Holzgewinnung und Erholung sind nun ergänzt durch die vierte Funktion Klimaschutz. Wald zu erhalten, hat eine deutlich bessere Klima- und Ökobilanz als Waldrodung verbunden mit entsprechender Wiederaufforstung.
…verstößt er gegen das „Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest“, das er selbst im Dezember 2019 einstimmig beschlossen hat. Darin heißt es unter anderem wörtlich: „Der Gemeinderat erklärt die Eindämmung der Klimakrise und des massiven Artensterbens sowie deren schwerwiegende Folgen als städtische Aufgaben von allerhöchster Priorität.“
Ich möchte den Gemeinderat daran erinnern, dass der Klimawandel immer weiter voranschreitet und er dagegen alles tun will, um nicht noch weiter dazu beizutragen.
Ich möchte den Gemeinderat auf seine Verantwortung hinweisen, für die künftigen Bewohner von Dietenbach einen Stadtteil mit hoher Lebensqualität zu bauen.
Ich möchte den Freiburger Gemeinderat davor bewahren, seine eigenen Ziele und Beschlüsse außer Acht zu lassen und gegenüber Menschen und Natur wortbrüchig zu werden.
Daher fordere ich Sie als Stadträtinnen und Stadträte dringend auf, den Wald zu schonen.
Es dürfen nicht mehr Bäume fallen, als zur Verkehrserschließung von Dietenbach unbedingt erforderlich ist!
Name: ………………………………………………………………..
Adresse: ……………………………………………………………….. Datum Unterschrift

Anschreiben an die Rieselfelder BewohnerInnen zum Appell an den Gemeinderat

„Nur-Text“-Variante für Screenreader:

Liebe Rieselfelderinnen, liebe Rieselfelder,
der BürgerInnenVerein Rieselfeld (BIV) setzt sich mit ganzer Kraft dafür ein, dass beim Bau des neuen Stadtteils Dietenbach möglichst viel Wald erhalten bleibt. Denn sowohl die Hälfte des Langmattenwäldchens* als auch der Wald entlang der Mundenhofer Straße, gegenüber von Rieselfeld, sind von den derzeitigen Bauplänen akut bedroht.
Es geht nicht darum, gegen den neuen Stadtteil in unserer Nachbarschaft vorzugehen. Im Gegenteil: Wir wollen kritisch-konstruktiv daran mitarbeiten, dass in unserer Nachbarschaft ein Stadtteil entsteht, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner genauso wohl fühlen können wie wir in Rieselfeld, ohne dass dafür in Rieselfeld Lebensqualität verloren geht.
Und es geht auch nicht darum, etwa die geplanten Sportstätten für den Sportverein „Sport vor Ort“ zu verhindern. Wir sind aber gemeinsam mit dem Verein der Überzeugung, dass das neue Sportgelände dort so geplant werden kann, dass der Wald erhalten bleibt.
Darum bitten wir Sie, den beiliegenden Appell an den Freiburger Gemeinderat zu unterschreiben.
Jede Bewohnerin, jeder Bewohner jeden Alters von Rieselfeld sollte einen solchen Brief an den Oberbürgermeister als Vorsitzenden des Gemeinderats richten. Bitte jedes Familienmitglied einzeln, damit die ganze Breite unserer Ablehnung der Rodungspläne sichtbar wird.
Bitte senden Sie Ihren Appell direkt an das Freiburger Rathaus, bringen Sie ihn selbst dort hin oder stecken Sie ihn in den BIV-Briefkasten an der Rückseite des Stadtteilzentrums Glashaus. Wir werden ihn dann für Sie einreichen.
Vielen Dank,
mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand des BIV Rieselfeld

Andreas Rössler